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Die Stadt Staßfurt ist als "Wiege des Kalibergbaus" über ihre Grenzen hinaus bekannt geworden. Die Kleinstadt im Bundesland Sachsen-Anhalt, am Fluss Bode in der Magdeburger Börde gelegen, ist jedoch auch ein traditionsreicher Standort der Rundfunk- und Fernsehgeräteindustrie in Mitteldeutschland. Hier wurde 1928 mit dem Mikrohet weltweit erstmals ein Superheterodyn-Empfänger in Serienproduktion hergestellt. Mit diesem Empfänger schrieb das Unternehmen aus Staßfurt ein wichtiges Kapitel in der Rundfunkgeschichte. Das Prinzip des Superheterodyn-Empfängers sollte sich in den folgenden Jahren in der Radioindustrie europaweit durchsetzen. Die seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gefertigten Imperial-Radios aus den Werkhallen des Staßfurter Rundfunkwerkes gehörten zu den Spitzenerzeugnissen der Radioindustrie in Deutschland und wurden in großen Stückzahlen hergestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von Rundfunkempfängern in Staßfurt wieder aufgenommen. In vielen Haushalten der DDR spielten nunmehr Radios oder Radiotruhen mit klangvollen Namen wie Rheingold, Tannhäuser, Admiral, Violetta, Onyx oder Diamant. Unter dem neuen Namen „VEB Stern-Radio Staßfurt" wurde der Schwarzweiß-Fernsehempfänger "Iris 12" entwickelt und ab 1957 produziert. Nachfolgende Fernsehgeräteentwicklungen erhielten in Staßfurt von den Konstrukteuren zunächst Mädchennamen wie Sibylle, Donja, Ines, Ilona und Stella. Es folgten die Fernsehgeräte der Typen Luxotron, Luxomat, Visomat und Debüt. Technische Entwicklungen auf der Höhe der Zeit blieben ein Markenzeichen der Fernsehgeräteproduktion in Staßfurt.

Fernsehgerätegeschichte schrieb das erste ab 1969 in Staßfurt produzierte volltransistorisierte Farbfernsehgerät „Color 20", das von den Entwicklern in Staßfurt zu einem Zeitpunkt zur Serienreife geführt wurde, als alle Welt noch mit Röhren bestückte Farbfernseher produzierte. Es eröffnete den Reigen einer Vielzahl der in den nachfolgenden Jahren im „VEB Fernsehgerätewerke Staßfurt" entwickelten und hergestellten Farbfernsehern wie den Color oder Chromat, Colormat oder Colorlux, Siesta oder Colani. Allein die 1993 und 1995 vom Industriedesigner Colani entworfenen außergewöhnlichen Gehäuse werden durch ihre zeitlose Eleganz zukünftig einen Platz in der Geschichte deutscher Fernsehgeräte haben.

Nach der stürmischen Entwicklung zu einer bedeutenden Radiofabrik in den dreißiger Jahren (Marke "IMPERIAL"), dem Niedergang des Werkes durch den Zweiten Weltkrieg, dem Aufbau zum großen Radio-Produzenten als „Stern-Radio Staßfurt" in den fünfziger Jahren, der Weiterentwicklung zum größten Fernsehgeräte-Hersteller der DDR in den fünfziger bis achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts als „VEB Fernsehgerätewerke Staßfurt", mehrerer Privatisierungversuche und deren Konkurse Mitte der neunziger Jahre werden heute von „TechniSat" hier in Staßfurt moderne Flachbild-Fernseher hergestellt.

Die Geschichte des traditionsreichen Standortes der Rundfunk- und Fernsehproduktion in Staßfurt zu erforschen und zu bewahren sowie die hier produzierten Gerätetypen zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen ist das Ziel des „Vereins der Freunde der Staßfurter Rundfunk- und Fernsehtechnik e.V.".

Unsere Ausstellungsräume mit einer umfangreichen Sammlung von Radio- und Fernsehgeräten befanden sich bis Februar 2017 in dem 1938 bezogenen Entwicklungs- und Verwaltungsgebäude in der Löderburger Straße 94, in dem sich bis zur Auflösung des RFT-Fernsehgerätewerkes die Verwaltung befand.

Seit dem 11.2.2017 ist die nahe gelegene Löderburger Straße 73 mit ebenerdigen und freundlichen Räumlichkeiten der neue Standort des Vereins.